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Was einen guten Autor von einem mittelmäßigen Schreiber unterscheidet
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Es gibt Bücher, die findet man erst spät. Als junges Ding habe ich "Mein Name sei Gantenbein" verärgert an die Wand gefeuert, es irritierte mich, ich verstand es nicht, ich fand es schrecklich. Seither mied ich Max Frisch. Nun, da ich seit vielen Jahren selbst schreibe und veröffentliche, lerne ich langsam, gute Bücher zu erkennen. Homo Faber ist ein sehr gutes Buch. Über den Inhalt ist nichts ungesagt, den werde ich an dieser Stelle nicht erneut zusammenfassen, ebenso gibt es unzählige Rezensionen und Interpretationen - manche sind treffend, manche abenteuerlich, einige amüsant. Mich fasziniert dieses Buch, weil Frisch es bravourös meistert, die Figur Faber absolut glaubwürdig zu präsentieren, ohne dass man auch nur einen Augenblick autobiografisches vermutet. (Das ist ja häufig der Fall, dass Protagonist und Autor vom Leser als eine Person wahrgenommen oder interpretiert werden - und ich glaube, das umgehen zu können, unterscheidet gute Literatur von mittelmäßiger. )
Ich empfehle dieses Buch. Es ist leicht zu lesen (wirklich!), es unterhält auf hohem Niveau, es regt an, regt auf und hinterlässt in seiner Zeitlosigkeit eine bleibende Spur.
Carla Berling
Eine Rezension von Carla Berling "Carla Berling" >
vom 28. Juli 2009 |