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| Die Liebe im Exil: Briefe an Erwin Walter Palm aus den Jahren 1931-1959
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Briefe einer bedingungslosen Liebe
• • • • • (bewertet mit 4 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) Rezension bezieht sich auf: Die Liebe im Exil: Briefe an Erwin Walter Palm aus den Jahren 1931-1959 (Gebundene Ausgabe) Über tausend Briefe befinden sich im Nachlass von Hilde Domin (1909 - 2006). Briefe, die sie mit ihrem Mann Erwin Walter Palm gewechselt hat. In dem sehr schönen Band "Die Liebe im Exil" sind jetzt einige davon publiziert worden. Sie gelten für die Jahre 1931 bis 1959, umfassen also im Wesentlichen die Jahre im Exil.
Diese Briefe - es sind leider nur die Briefe der Domin zu lesen, nicht die von Palm - sind anrührende Zeugnisse einer großen, leidenschaftlichen und bedingungslosen Liebe zu ihrem Mann. Sie unterwirft sich ihm völlig, ist ihm Geliebte und Sekretärin. Alles ist seinen erotischen und intellektuellen Wünschen und Vorgaben untergeordnet. Gleichzeitig dokumentieren die die Heimatlosigkeit und die Verlassenheit, mit der sich Hilde Domin auseinandersetzen musste. Ein äußerst schmerzhafter Prozess.
Die Herausgeber Jan Bürger und Frank Druffner (unter Mitarbeit von Melanie Reinhold)haben eine hervorragende Auswahl getroffen. Eine vorbildliche Edition mit einem ausführlichen Anmerkungsapparat. Vor allem aber führen die in Köln geborene Hilde Domin die Briefe an den Stationen des Exils entlang: von Italien über England bis nach Santo Domingo zurück nach Deutschland. Und jeder Abschnitt ist vorzüglich eingeleitet und erleichtert dem Leser den Zugang zu den Briefen.
Schon bald zeigt sich, dass diese Briefe weit über das allgemeine Mitteilungsbedürfnis hinausgehen. Die Domin-Biographin Marion Tauschwitz schreibt darüber: 'Ihre Briefe sind geprägt von der treffenden Einfachheit der Bilder, einer Leichtigkeit, mit der sie dem Gesagten alle Schwere nehmen konnte, und zeugen von ihren poetischen Imagination. Sie verfügen über genau die einfache Vollkommenheit der Sprache, die ihr Walter Jens 1959 "bescheinigte". Kurz: Sie war "eine entzückende Briefschreiberin". Sie beherrschte die gesamte Klaviatur. Sie war direkt und schnodderig, sie war zärtlich und schmeichelnd. Sie konnte zynisch und böse und verzweifelt sein, lyrisch, poetisch und wieder ganz prosaisch.
Um die Liebe geht es in erster Linie, die Liebe zu Erwin Walter Palm. Sie erlebt ihre Höhepunkte und ihre Enttäuschungen. Über all das schreibt die Domin in ergreifender Weise. Sie schreibt über ein bewegtes Leben, das oft an die Grenzen des Erträglichen geht. Vor allem die ganz große Ehekrise ist es, die letztlich den Durchbruch zur eigenen künstlerischen Existenz fördert. Hilde Domin wird zur Dichterin.
Diese Briefe sind eine willkommene Ergänzung zu den vielen Publikationen, die jetzt aus Anlass des 100jährigen Geburtstages erscheinen und erscheinen werden. Sie haben aber vor allem ihren ganz eigenen Wert in der Geschichte von Leben und Werk der Hilde Domin.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 8. Juni 2009 | | | | | | | |
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