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90 Tage oder länger
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Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Persönlicher Erfolg: In 90 Tagen aus der Arbeitslosigkeit. Schritt für Schritt zum neuen Job (Taschenbuch) "Mit der Anleitung in diesem Buch können Sie es in 90 Tagen aus der Arbeitslosigkeit schaffen." So steht es auf der zweiten Zeile des Vorworts. Wäre das nicht das Wörtchen "können" fände ich diese Behauptung ziemlich unverschämt. Aber meine Befürchtung, hier verspreche ein Ratgeber wieder einmal, was sich nicht halten lässt, bewahrheitete sich zum Glück nicht. Unterliegt man der Suggestivkraft von Willmanns Formulierung nicht allzu sehr, wird bald klar, dass der Autor die Dinge realistischer sieht, als der Buchtitel vermuten lässt. Und er nutzt das halbe Versprechen auch dazu, Druck aufzubauen und der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle eine Struktur zu geben. Das finde ich deshalb positiv, weil es tatsächlich so ist, dass Frühaufsteher die größeren Chancen haben als Trödler. Zudem kann ein bisschen Systematik beim Vorgehen sicher nicht schaden. Ob allerdings gut Zureden schon genügt, um sich an die Pläne und Ziele zu halten, ist eine andere Frage.
Wie konsequent der Autor sein Konzept verfolgt, zeigt sich schon beim Inhaltsverzeichnis. Denn bevor der einzelne Schritt dem Kapitel die Überschrift gibt, steht fett der Tag, an dem er in Angriff genommen werden sollte. Ganz umkrempeln oder neu erfinden kann natürlich auch Hans-Georg Willmann das Prozedere einer Stellensuche nicht. Aber es finden sich doch immer wieder Details und Fragen, auf die Konkurrenzprodukte nicht eingehen. Zudem arbeitet der Autor mit Grafiken, Hervorhebungen im Text, Checklisten und Beispielen. Und wenn er das Gefühl hat, seine Leser aufrütteln zu müssen, spricht er Klartext. Das wird zwar nicht allen gefallen, macht aber an den entsprechenden Stellen meist Sinn. Zum Beispiel wenn es um einen Zugang zum Internet und den Einsatz des Computers geht. Oder wenn er die Tage 31 bis 44 zusammenlegt und seine Leser daran erinnert, dass Macht von machen kommt. Ausgedeutscht heißt das: Mindestens 14, besser 28 Bewerbungen verschicken. Und in der Zeitperiode vom 46. bis zum 89. Tag fordert er mindestens 44 weitere, besser 88 Bewerbungen. Sollte es jemand trotz aller Bemühungen bis zum 90. Tag nicht schaffen, wieder eine Stelle zu finden, so rät der Autor dazu, sich professionelle Hilfe zu holen. Auf den letzten Seiten finden sich noch Informationen für das Verhalten bei Kündigungen und wenn der eigene Arbeitsplatz sehr unsicher ist. Zudem werden die 90 Tagesziele und die im Buch erwähnten 50 Internetseiten nochmals aufgeführt.
Mein Fazit: Da auch Langzeitstudien belegen, dass Stellensuchende mit jedem Tag Arbeitslosigkeit an Marktwert verlieren, ist ein Ratgeber wie dieser zu begrüßen. Denn Hans-Georg Willmann gibt sich nicht dazu her, die schwierige Situation zu beschönigen, um seine Leser bei Laune zu halten. Er schreibt sein Buch für jene, die alles unternehmen möchten, um die Hartz-IV-Grenze nicht zu überschreiten. Wer den 90-Tage-Plan als Angebot auffasst und sich drei Monate lang voll auf die Stellensuche konzentriert, vergrößert die Wahrscheinlichkeit einen Job zu finden.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 9. April 2010 |